Konstanz – Nach der Festnahme von Gift-Panscher Jochen S. (53) können können Käufer von Babynahrung und die betroffenen Handelsketten aufatmen: Sie müssen nicht mehr ständig befürchten, dass die Ware vergiftet sein könnte.

►In Abstimmung mit der Polizei gab das Ministerium für Verbraucherschutz am Montag weitgehend Entwarnung. „Nach allem, was wir derzeit wissen, sind nach menschlichem Ermessen keine vom Erpresser vergifteten Lebensmittel im Umlauf“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU).

Aber: Allein auf Basis der Angaben des Beschuldigten kann ein Restrisiko auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Deshalb werde der Bevölkerung empfohlen, in den nächsten Tagen weiterhin wachsam zu sein und bei entsprechenden Verdachtsmomenten unverzüglich die Polizei einzuschalten.

Jochen S. hatte bereits am Samstag gestanden und dem Haftrichter gesagt, dass er keine weiteren vergifteten Lebensmittel verteilt habe. 

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Jochen S. fanden Ermittler bereits vor einigen Tagen eine Flasche mit Ethylenglykol. Mit dieser farblosen Flüssigkeit, die eigentlich als Frostschutzmittel eingesetzt wird, soll er die bereits sichergestellten fünf Gläser mit Baby-Brei versetzt haben. Danach hatte der Täter Erpresser-Schreiben an Aldi, Rossmann, Lidl, dm, Müller, Edeka, Norma und Rewe geschick.

Zu seinem Motiv hat die Polizei nach eigenen Angaben vom Montag noch kein vollständiges Bild - abgesehen von dessen inzwischen bekannt gewordener jahrelanger Geldnot. „Bislang haben wir keine darüber hinausgehenden Erkenntnisse“, sagte Hauptkommissar Jens Purath vom Polizeipräsidium Konstanz.

Nach Informationen ist S. wegen Betrugs und Gewaltdelikten vorbestraft und seit 30 Jahren pleite! Er versuchte mit mehreren Unternehmen (Fitnessstudio, Künstleragentur, Putzfirma) Erfolg zu haben. Und häufte Schulden an, die er nicht begleichen konnte.

 

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